Management Audit

Neben dem in jedem Besetzungs-Mandat standardmäßig integrierten zielgerichteten Einzel-Assessment der Kandidaten in der Endauswahl bieten wir Unternehmen in einem Management Audit darüber hinaus auch die präventive, strategieorientierte Bewertung der Kompetenzen, Potentiale und Entwicklungsfelder ihrer Geschäftsleitung an.

Im Folgenden sind die Grundgedanken, mögliche Anlässe und Ziele , Beispiele für Methodik und Ablauf sowie für Ergebnisse und Nutzen mit einer abschließenden Schlussbemerkung für ein Management Audit kurz dargestellt:

Management Audit

- Führungskräfte-Potentiale strategieorientiert bewerten -

Grundgedanke | nach oben


Erfolgreiche Unternehmensführung hängt mehr denn je von der Fähigkeit ab, internen und externen Veränderungen vorausschauend, schnell und richtig zu begegnen. Wer seiner Zeit voraus sein und Vorsprung gewinnen will, braucht Anzeige- und Steuerungsinstrumente, die über den eigenen Horizont hinausreichen. Ein externer Management Audit dient quasi als "künstlicher Horizont" bei der Analyse und Bewertung der Führungskräfte-Potentiale.

Der Maßstab für die Bewertung der Zukunfts-Effektivität des Top-Managements sollte in einem länder-, unternehmens- und personenübergreifenden Rahmen gefunden werden. Nicht die vorhandenen internen Standards und Konstellationen sind das Maß aller Dinge, sondern die strategischen Ziele und die Dynamik des Marktes setzen die Benchmarks für die optimale Aufstellung der Führungsmannschaft.

Jede Fußballmannschaft wird von Spiel zu Spiel überprüft, je nach Situation verändert, periodisch ergänzt oder verstärkt. Die Mannschaftsaufstellung und Aufgabenverteilung wird laufend angepaßt, mit Blick auf die jeweiligen Gegenspieler, deren Taktik, den aktuellen Spiel- und Tabellenstand sowie die Erwartungen des Publikums und des Präsidiums.

Eine Vielzahl von Top-Spielern führt allein noch nicht an die Spitze. Auf die situative Eignung des Einzelnen im Zusammenspiel mit der Mannschaft kommt es an, damit Strategien den geplanten Erfolg bringen. Vor diesem Hintergrund wurde das Konzept und die Methodik des Management Audit entwickelt.

Management Audit ist weder ein ultimativer Leistungstest für Top-Manager noch ein Selbsterfahrungs-Experiment für obere Führungskräfte. Es handelt sich um eine zielgerichtete Bewertung der Kongruenz zwischen Unternehmensstrategie und Führungskompetenz. Sie wird in einem interaktiven Prozeß im Konsens mit dem Management-Team durch akzeptierte externe Fachleute erarbeitet. In den meisten Fällen führt diese Bewertung zu erheblichen organisatorischen und personalpolitischen Konsequenzen. Entscheidend für den Erfolg eines Management Audit ist deshalb die offene und aufrichtige Argumentation, mit der die Ziele und der angestrebte Nutzen des Projekts im Unternehmen und gegenüber allen Beteiligten kommuniziert werden.


Anlass und Ziele | nach oben


Kapitalgeber und Investoren erhalten jährlich einen "Financial Audit" durch vereidigte Wirtschaftsprüfer. Diese rückwärts-gerichtete Momentaufnahme von Finanzdaten mündet in eine Ergebnisprognose für die Folgeperiode, wobei relativ konstante betriebswirtschaftliche Parameter unterstellt werden.

In Zeiten permanenten und häufig auch sprunghaften Wandels kann aber immer weniger aus der Vergangenheit abgeleitet werden. Ein bisher erfolgreich operierendes Führungsteam bietet nicht die Gewähr für fortdauernden Führungserfolg, wenn sich gravierende Änderungen im Umfeld, in der Unternehmensstruktur oder im strategischen Ansatz ergeben. Jede Führungspersönlichkeit ist nur für eine begrenzte Anzahl von Strategien und Führungssituationen einsetzbar. Jeder Strategiewechsel und jede signifikante Veränderung der internen Struktur oder externer Faktoren sollte von einer Überprüfung der Passgenauigkeit des Management-Teams begleitet sein. Bei schwierigen Fragestellungen sollte die Objektivität und der "Helicopter View" externer Experten mit in die Überlegungen einbezogen werden.

Anlässe und Anwendungsgebiete für einen externen Management Audit könnten z.B. sein:

Unternehmenszusammenschlüsse und -käufe
Die Tatsache, daß ca. zwei Drittel aller Unternehmenskäufe nicht die gewünschten Effekte erzielen, resultiert sicher auch aus der zu unprofessionellen Bewertung der verfügbaren Führungskräfte-Potentiale und fehlender Objektivität bei der Integration der Management-Teams.

Joint Ventures und strategische Allianzen
Joint Ventures werden hinsichtlich ihrer Management-Sensibilität oft unterschätzt. Unzureichende Qualifikation und fehlende Stimmigkeit in den beiden Führungsteams sowie mangelndes Fingerspitzengefühl oder Stehvermögen bei den Partnern können durch einen Management Audit erkannt und vermieden werden, mit Gewinn für alle Beteiligten.

Neue Märkte und Technologien
Die Reaktion auf massive Marktveränderungen durch neue Technologien, durch neue ökologische Bedingungen oder neue Gesetze, durch neue Beschaffungsquellen oder die Aufhebung von Handelsbeschränkungen sollte stets einhergehen mit der Frage: Ist das eingesetzte Management imstande, auch unter den neuen Bedingungen den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten?

Wechsel im Aufsichtsrat oder Vorstand
Auch bei einem Wechsel in der obersten Führungsspitze kann der Nachfolger durch einen Management Audit feststellen, inwieweit die Fähigkeiten der Manager im Einklang stehen mit den strategischen Unternehmenszielen und den Anforderungen des Marktes.

Nachfolge in Schlüsselpositionen
Wichtige Nachfolgeentscheidungen sollten auch im Sinne der potentiellen Kandidaten durch einen Management Audit unterstützt werden. Insbesondere bei der Unternehmer-Nachfolge im Mittelstand ist eine objektive Begutachtung der internen und externen Optionen sowie die professionelle Begleitung des Führungswechsels von größter Wichtigkeit.

Periodische Bestandsaufnahme
Eine Überprüfung der Management-Effizienz bietet sich auch als periodische Bestandsaufnahme vor allem bei Unternehmen mit mehrdimensionalen Führungsorganisationen an.

Fragestellungen könnten lauten:
• Beherrscht und nutzt das Management die Kraftfelder des Unternehmens optimal?
• Finden die Manager zu einer "synergetischen" Kombination zwischen der Kraft der Zusammenarbeit und eigenem aktiven Handeln?
• Ist das offizielle bzw. informelle Zusammenspiel der Management-Teams effizient, oder wird es durch "Ersatzhandlungen" und kontraproduktive Infights belastet?

Auftraggeber für einen Management Audit ist in der Regel der Aufsichtsrat oder der Vorstand, in Konzernen aber auch ein Division Manager, im Mittelstand der Unternehmer bzw. der Beirat oder die Gesellschafterversammlung. Grundsätzliches Ziel eines Management Audit ist, durch die optimale Nutzung aller verfügbaren "Köpfe" einen höheren Wirkungsgrad bei der Umsetzung strategischer Konzepte zu erreichen.


Methodik und Ablauf | nach oben


Der konzeptionelle Ansatz des Management Audit beruht im Kern auf folgenden Erkenntnissen:

1. Aus der Strategie und Struktur eines Unternehmens ist ein bestimmtes Spektrum relevanter Führungssituationen und notwendiger Führungsaufgaben ableitbar.

2. Eine bestimmte Führungspersönlichkeit ist nur für eine endliche Zahl von strategischen Konzepten und strukturellen Bedingungen erfolgreich einsetzbar. Fähigkeiten lassen sich nicht verordnen und auch nur in begrenztem Maße erlernen.

3. Das Scheitern in einer Führungsaufgabe beruht überwiegend auf einer Unstimmigkeit zwischen Persönlichkeit und Situation im Rahmen der gegebenen strategischen und strukturellen Bedingungen.

Im Mittelpunkt des Interesses steht die "situative" Eignung und nicht die "absolute" Qualifikation. Situative Eignung muß als labiles Gleichgewicht im Spannungsfeld zwischen Strategie und Persönlichkeit verstanden werden. Die Determinanten der situativen Eignung lassen sich wie folgt skizzieren:




Ergebnis und Nutzen | nach oben


Der besondere Nutzen des Management Audit besteht im wesentlichen aus drei Aspekten:

1. Der Konsensgetragene Ansatz führt zu einem organisch entwickelten "commitment" für eine bestimmte strategische Richtung und die damit verknüpften Ziele. Dadurch werden Reibungsverluste bei der Umsetzung signifikant vermindert und die Erfolgsquote z.B. von Akquisitionen, Allianzen und Restrukturierungen ganz erheblich verbessert.

2. Ein Management Audit schafft den "missing link" zwischen Strategie, Führungs-Team und Markt. Die Bewertung der Führungskräfte-Potentiale erfolgt nicht nur mit Blick auf eine konkrete strategische Konstellation sondern auch im Vergleich zu extern verfügbaren "best practice"-Managern. Daraus resultieren marktgerechte Empfehlungen für den bestmöglichen bzw. alternativen Einsatz der Top Executives und z.B. Hinweise zu zielführenden Kompensationssystemen oder zu neuen Entwicklungen in der Führungsorganisation.

3. Durch die in einen Management Audit integrierten Expertengespräche können technologische oder methodische Know-How-Defizite erkannt werden. Ebenso werden aber auch die bisher nicht genügend realisierten Fähigkeiten aufgedeckt und im Sinne der strategischen Zielsetzung nutzbar gemacht. Dieser Aspekt ist besonders dann wertvoll, wenn der interne Beurteilungsansatz eher individualistisch als teamorientiert ist.(Die Besten werden "unter Verschluß" gehalten, Schwache werden "weg"gelobt). Ein Management Audit kann auch dazu beitragen, Beförderung und Bezahlung sinnvoll zu entkoppeln, damit so weit wie möglich gilt: Die jeweils Fähigsten sind für die strategierelevanten Aufgaben zuständig. Unabhängig davon können die besten "performer" die höchste Vergütung ihrer Leistung erhalten. Derartige Konsequenzen sind fast immer konsensfähig. Womit sich der Kreis schließt.


Schlußbemerkung | nach oben


Ein in diesem Sinne konzipierter externer Management Audit ist in jeder Beziehung eine nützliche "Navigationshilfe". Sie dient dem Board der "Airline" ebenso wie der Einsatzleitung und der "fliegenden" Besatzung. Der Konsens über die eigene Lage, das angestrebte Ziel und den vernünftigsten Weg führt zu mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Effizienz. Durch die professionelle Begleitung und die Verknüpfung mit externen Vergleichsmaßstäben reduziert sich die Gefahr, den subjektiven Gefühlen zu erliegen und die eigene Position unrealistisch einzuschätzen.

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